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Fourni: eine Goldmine für die Archäologie

fourni-1(Foto links: Dr. Koutsouflakis untersucht die Fundstelle eines Wracks vor Fourni)

Die Griechische Insel Fourni liegt nur wenige Kilometer vor der türkischen Küste in den geschichtsträchtigen Gewässern der Ägäis. Kein antiker griechischer Dichter berichtet über sie, kein Sänger preist ihre Schönheit. Und in der reichen Geschichte der Griechen spielte sie nie eine Rolle. Nun aber haben Archäologen vor der Küste des Eilands den wohl am dichtesten bestückten Schiffsfriedhof in der gesamten Ägäis gefunden. Fischer und Schwammtaucher entdeckten die zerstörten Rümpfe von 23 teils antiken Schiffen und eine intensivere Suche der herbeigerufenen Archäologen förderten weitere 22 Wracks zutage. Da erst knapp die Hälfte von Fournis Küste erforscht ist, dürften noch Dutzende unentdeckte Wracks hier ruhen.

Das älteste bislang vor Fourni gefundene Wrack datiert auf die Jahre zwischen 525 und 480 vor unserer Zeitrechnung. Es ist reich beladen mit Amphoren. Peter Campbell von der Universität Southampton, Vizedirektor des Archäologenteams, spricht von Fourni als einem „meditarranen Bermudadreieck“. In der Tat sind die Gewässer um Fourni seemännisch nicht einfach zu meistern. Die Lage zwischen den beiden Inseln Iscaria im Westen und Samos im Osten – dazu die Nähe zum türkischen Festland – stellte die Schiffsbesatzungen immer wieder vor Probleme. Strömungen traten auf und tückische Scherwinde, die besonders für die schwerfälligen Rahsegler schwierig zu meistern waren. Darüber hinaus war Samos ein gefürchtetes Piratennest. Und trotzdem: Auf den Handelsrouten zwischen dem Schwarzen Meer, Griechenland, Zypern, Syrien und Ägypten kamen die antiken Skipper, im wahrsten Sinne des Wortes, um den Mini-Archipel Iscaria – Fourni – Samos einfach nicht herum. Und die so entstehende Verkehrsdichte machte vor allem das Navigieren schwierig, was wiederum eine große Zahl an Havarien zur Folge hatte. Campbell betont: „Wenn ich von Bermudadreieck rede, so meine ich das natürlich nicht in dem Sinne, dass Schiffe durch unerklärliche Umstände oder gar Mysterien gesunken sind. Die seemännischen Probleme waren durch einen halbwegs erfahrenen Kapitän durchaus lösbar. Es war wirklich die schiere Masse von Schiffen, die immer wieder Unfälle hervorrief.“ In der Tat verbrachten viele Schiffe hier auch die Nacht und wurden durch Wind und Strömung vom Anker gerissen, wenn das Ankermanöver nicht korrekt ausgeführt worden war.

fourni-2(Foto rechts: Das älteste gefundene Wrack war reich mit Amphoren beladen ) Das Forschungsprojekt begann vor gut einem Jahr. Ein paar Fischer zeigten dem Unterwasserarchäologen und Mitarbeiter der Unterwasser-Altertumsbehörden George Koutsouflakis eine handskizzierte Karte mit der Lage unbekannter Wracks. Erkundungsabstiege folgten. Koutsouflakis bezeichnet den Schiffsfriedhof heute als „archäologische Goldmine.“ Neben den bereits erwähnten Amphoren stießen die Archäologen auch auf die riesigen Steine der Steinanker. Laut Dr. Koutsouflakis die größten, die man jemals in der Ägäis gefunden hat. Dr. Campbell ergänzt: „Es war auch eine kleine Öllampe unter den Funden, die perfekt in eine hohle Hand passt. Da kann man sich geradezu vorstellen, wie damit nächtens jemand an Deck herumgewandert ist.“ Für beide Forscher grenzt es an ein kleines Wunder, dass gerade dieses kleine, fragile Teil mehr als 2000 Jahre unbeschadet überstanden hat.

Doch die gefundenen Wracks stammen nicht nur aus der Antike. Vielmehr reicht die Spanne von der hellenistischen Zeit über die Herrschaft Alexander des Großen und dem späten Rom bis ins frühe 19. Jahrhundert. Ein Schiff aus dem späten Römischen Reich hatte beispielsweise Tischwaren wie Bestecke und Teller geladen, denen durch ihre Machart Spanien und Nordafrika als Produktionsorte zugeordnet werden konnten.

Fotos: Griechische Altertumsbehörde

 
Lauernde Gefahr am Meeresgrund

munitecMehr als 1,6 Millionen Tonnen Munition lagern vor unseren Küsten, ein Relikt aus den Weltkriegen. Das Netzwerk Munitect sucht nach Lösungen zur Detektion dieser Gefahrenstoffe in Nord- und Ostsee. Die Koordination übernimmt das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD.

Am Grund der Nord- und Ostsee liegen große Mengen Munition aus den beiden Weltkriegen – vermeintlich sicher nach Kriegsende dort entsorgt. Durch die zunehmende wirtschaftliche Nutzung der Meere werden diese Altlasten zu einem kostenintensiven und gefährlichen Problem. So stellen die Kampfstoffe etwa ein deutliches Risiko bei der Installation von Offshore-Infrastrukturen dar. Detonationen, austretendes Giftgas und an Land gespülte Granaten sind eine Gefahr für Mensch und Tier. Eine effiziente Lösung zur Detektion der Gefahrenstoffe ist daher von zentraler Bedeutung.

»Untersuchungen unter Wasser stellen uns vor einige Herausforderungen, da wir häufig nicht wissen, was auf dem Meeresboden liegt und wo es sich befindet«, erklärt Professor Uwe Freiherr von Lukas vom Fraunhofer IGD. Bisherige Lösungen zur Kartierung der Gefahrenstoffe wie zum Beispiel das Fächerlotsystem, Seitensichtsonare oder Sedimentecholote können lediglich kleine Gebiete stichprobenartig überprüfen und haben eine Detektionsrate von 80 Prozent. Für die Installation von Infrastrukturen im Meer muss jedoch die Restgefahr einer Detonation ausgeschlossen sein.

Daher widmet sich das Netzwerk Munitect – ein Zusammenschluss von Firmen und Forschungseinrichtungen – der Entwicklung und dem Einsatz von wirtschaftlich effektiven Munitionsdetektionssystemen für den Unterwassereinsatz. »Die Netzwerkpartner teilen die Vision eines leistungsfähigen und kostengünstigen Systems, das eine effiziente, sichere und schnellere Detektion von Munitionsaltlasten in der Nord- und Ostsee ermöglicht«, erklärt von Lukas. »Wir möchten damit einen Beitrag für die Sicherheit von Aktivitäten bei der wirtschaftlichen Nutzung der Nord- und Ostsee leisten.«

Das angestrebte System soll modular aufgebaut sein, sodass mit unterschiedlichen Verfahren die verschiedenen Schadstoffe oder Trägerobjekte gut identifiziert werden können. Die Netzwerkpartner in Munitect sind: Baltic Taucherei- und Bergungsbetrieb Rostock, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR, EGEOS, EGGERS Kampfmittelbergung, EvoLogics, Forschungs- und Entwicklungszentrum FH Kiel, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg HAW, Infraprotect Hamburg, INNOMAR Technologie, Laser-Laboratorium Göttingen, Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde IOW, MBT - Meerestechnisches Büro Turla, Mull und Partner Ingenieurgesellschaft, Sea & Sun Technology und SENSYS Sensorik & Systemtechnologie. Das Management des Netzwerk erfolgt durch das Fraunhofer IGD. Munitect wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie BMWi im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand ZIM gefördert. Mit ersten Ergebnissen der Zusammenarbeit wird für 2017 gerechnet.

Quelle: Fraunhofer IDG, Foto: Fraunhofer IDG

 

 
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