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Tauchen mit ATLANTIS, dem Tauchmagazin mit Pfiff
ATLANTIS Magazin für Divestyle ist anspruchsvoller Lesestoff für Taucher, die über den Maskenrand hinausblicken. Neben packenden Reportagen, fundierten Medizin-, Biologie-, Technikberichten finden Sie in ATLANTIS auch Kultur, Unterhaltung und vieles mehr. Das Tauchmagazin können Sie bei uns unter der Rubrik Service/Heftbestellung oder über den 4DVerlag bestellen.
 
Eine Sammlung der Titelbilder ab 2009 finden Sie hier
 
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ATLANTIS ePaper aktuell
 
MANTA MANIA: Was Sie schon immer über Teufelsrochen wissen wollten...

mm2016_groupbar-300x200Mitforschen erlaubt: Tauchreisen mit Bildungsfaktor sind auf dem Vormarsch. Beim Workshop Manta Mania werden die Gäste des Manta Ray Bay Resorts in Yap selbst zu Feldforschern und assistieren renommierten Meeresbiologen vom „Manta Trust“. Vom 21. bis 28. Februar 2018 geht das Joint Venture von Wissenschaftlern und Praktikanten inmitten der Manta-Paarungszeit bereits in die fünfte Runde in Folge. Dabei gibt es ein gewichtiges Novum: Einen Tag nach dem Workshop geht der Nationalfeiertag „Yap Day“ über die Bühne. Ein Spektakel, während dem die gesamte Inselbevölkerung in Bastrock mit traditionellen Tänzen und Regatten die althergebrachte Kultur zelebrieren. Eine in der Taucherwelt einmalige Kombination! 
 
Meeresbiologe werden... den Traum haben nicht nur Nachwuchs-Taucher. v55a9502Hand auf's Herz: Spätestens, wenn eine klassische Unterwasser-Doku über die Mattscheibe flimmert in der Haie vermessen oder die Größe des Pottwals im Kielwasser geschätzt wird, dann ist bei vielen Pressluftatmern der alte Wunschtraum ganz schnell wieder da. Sabrina Kulse kennt das Spielchen zu gut. „Jahre lang habe ich mich selbst zurückgehalten, bin grundsolide gewesen, aber jetzt habe ich einfach mein Konto geplündert weil ich mir dachte ,Jetzt oder nie'“, berichtet die 37-jährige Bankangestellte aus München und fügt lachend das Wichtigste hinzu: „Bis jetzt habe ich keinen Euro bereut.“ Etwas anderes als „'ne Woche Malediven“ sollte es sein, etwas „mit Input“, wie sie sagt. Weil zu ihrer Liebe zur Unterwasserwelt noch eine besondere Leidenschaft für Mantas hinzukommt, war das Reiseziel nach einem Besuch auf der Interdive-Messe in Friedrichshafen klar: Yap sollte es sein. Und zwar mitsamt Feldforschungs-Workshop in der besten Jahreszeit, um möglichst viele Mantas zu sichten.D.B.

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Tauchroboter erkennt und betäubt Rotfeuerfische

roboter( Bild: RISE soll autonom arbeiten und bis zu 50 Rotfeuerfische pro Tauchgang fangen können. Das Gerät wird rund 1000 Euro kosten. Werksfoto RISE)

Ein Tauchroboter, dessen Kamera Fische automatisch erkennen kann, sie mit einem Stromstoß betäubt und  dann in einen speziellen Behälter saugt, klingt für Naturschützer schrecklich – und ist es sicher auch. Aber: Der Roboter ist einzig und alleine darauf programmiert, dies mit Rotfeuerfischen zu tun, die gerade den Westatlantik erobern – wo sie wirklich nicht hingehören und wo sie das örtliche Ökogefüge gefährlich durcheinander mischen. Auf dem Speiseplan der gefräßigen Lauerräuber steht beispielsweise eine Reihe von Friedfischen, die sich ausnahmslos von Phytoplankton und Algen ernähren. Fehlen diese Fische im Riff, so nehmen Algenbestände überhand und überwuchern die Korallenriffe. Diese sterben dann ab. Umgekehrt haben örtlich angesiedelte Raubfische keine Strategie dafür entwickeln können, die Giftstacheln des Feuerfisches zu überwinden und ihn so selbst zu Beute zu machen.

feuer-0 kopieRotfeuerfische sollen ausgezeichnet schmecken und die Restaurants in der Karibik zahlen die Lieferanten gut, die ihnen die stacheligen aber hoch giftigen Schönheiten anbringen. Allerdings leben viele Rotfeuerfische in zu großen Tiefen als dass sie von Fischern oder Harpunen-bewaffneten Tauchern erreicht werden könnten – bis in Tiefen von 300 Meter dringen sie vor. Kein Zweifel möglich: Es muss gehandelt werden, sonst sind die Riffe des Atlantik von der Vernichtung bedroht (siehe dazu auch ATLANTIS 1-2013, Foto rechts: Heinz Käsinger).

Abhilfe verspricht nun die Entwicklung RISE. Das Kürzel RISE steht für „Robots in Service of the Environment“. Es handelt sich dabei um einen Tauchroboter, der die Rotfeuerfische mit einem Bilderkennungsprogramm identifiziert und sie mit einem Stromschlag betäubt. Dann wird der Körper lebend in einen speziellen Tank eingesaugt. Bis zu 50 Fische haben im Tank Platz. Ist der voll, werden sie zur Oberfläche gebracht. Dort werden sie in Tanks gehalten und nach Bedarf frisch an Fischrestaurants ausgeliefert.

Der Roboter wird von einem Menschen auf einem Boot gesteuert, der auch den Stromschlag von oben auslöst. Aber erst dann, wenn er auf einem Bildschirm selbst gesehen hat, dass das potentielle Opfer ein Rotfeuerfisch ist. Ein Prototyp des Geräts wird noch in diesem Monat April 2017 vor den Bermudas erprobt. Läuft alles problemlos, so soll das Gerät später völlig automatisiert arbeiten.

Entwickelt wurde RISE von Colin Angle, dem Gründer des amerikanischen Unternehmens iRobert. iRobert fertigt Staubsauger und Militärroboter. Ein gewisses Know-how war also schon einmal vorhanden. Jedenfalls war Angle zum Tauchurlaub auf Bermuda und vom Tauchguide auf das Problem Rotfeuerfisch aufmerksam gemacht worden.

Wieder daheim setzte sich Angle an den Rechner und entwickelte nicht nur RISE, sondern gründete auch ein Non-Profit-Unternehmen selbigen Namens, um den Roboter zu vermarkten. Er meint: „Roboter haben gerade im Umweltschutz ein enormes Potenzial. Sie können vieles, was Menschen nicht können, gerade beim Einsatz in kritischer Umgebung.“

feuermaul(Foto links: Heinz Käsinger, der Rotfeuerfisch saugt seine Beute einfach in sein riesiges Maul)

Die Hilfe kommt zur rechten Zeit. Rotfeuerfische sind intensive Brüter, die pro Jahr rund zwei Millionen Eier produzieren. Überleben davon nur fünf Prozent, bedeutet das, dass jedes Jahr rund 100000 Exemplare dazu kommen – pro Brutpaar! Eine erschreckende Zahl, die einer Lawine gleichkommt.

Der Fisch hat sich während der vergangenen 30 Jahre nicht nur in der Karibik, sondern auch in anderen Meeren extrem stark verbreitet. Sogar im östlichen Mittelmeer, rund um Zypern,  wurden während der vergangenen Monate Exemplare gesichtet. Da kann man nur hoffen, dass die Tests vor Bermuda erfolgreich verlaufen und RISE im kommenden Jahr den Verkauf der Endversion des Roboters starten kann. Der soll dann rund 1000 Euro kosten. Text Heinz Käsinger

 
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